Veranstaltung: 70. Jahrestag der Wannsee-Konferenz / Freitag 20. Januar 2012

Bisisngen Die Wannsse-Konferent - Veranstaltung am 20.01.2012Die Endlösung der Judenfrage – der „verwaltete Mord“ an den Juden Europas    Entscheidungen zum Völkermord in noblem Ambiente bei „Cognac und Häppchen“

Bericht für die Presse von Uta Hentsch

Aus Anlass des 70. Jahrestages der Wannsee-Konferenz zur „Endlösung der Judenfrage“ am 20. Januar 1942 hatte der Verein Gedenkstätten KZ Bisingen am Freitag, 20. Januar 2012 zu einer Gedenkveranstaltung ins Bisinger Heimatmuseum eingeladen.

Zwanzig Besucher, darunter Bisingens Bürgermeister Joachim Krüger, Helmut Gabeli, „Ehemalige Synagoge Haigerloch“ mit seiner Frau und Dr. Norbert Kirchmann, „Alte Synagoge Hechingen“, nahmen sich Zeit für diesen Abend. Die 1984 entstandene deutsche, filmische Rekonstruktion  „Die Wannseekonferenz erhielt seine Authentizität aus den aufgefundenen fünfzehn Protokollen und weiteren Dokumenten, sowie auch aus diesbezüglichen Aussagen von Adolf Eichmann.

Nach Begrüßung der Gäste gab die Vorsitzende des Vereins eine kurze Einführung zum Film. Mit einigen Bildern wurde ein Teil der Protokolle gezeigt. Die fünfzehn Nazi-Größen der Konferenz waren promovierte Juristen, Volkswirte und auch Theologen. Sie alle, auch Heydrich, Sohn eines Komponisten und Direktor eines Konservatoriums, kamen aus guten, scheinbar geordneten Familienverhältnissen. Aus explizit christlich-religiösen Familien kamen sieben der Teilnehmer, Wilhelm Kritzinger, Reichskanzlei, war z.B. Sohn eines Pfarrers.

Weiterhin wies Uta Hentsch auf die Rolle die der Großmufti von Jerusalem, Mohammed Amin-el Husseini, auch der „SS-Mufti“ genannt, spielt, hin. Er wurde zu einem großen Unterstützer der Judenfrage von außen. Im November 1941 nach Berlin angereist mit mehreren Jahren Aufenthalt, paktierte der Großmufti mit Hitler in der „Judenfrage“ in jeder Hinsicht. „Abu Ali“ (Vater Ali), war der Beiname, den der Mufti Hitler gab. Himmler verehrte den Großmufti beinahe unterwürfig, das lassen Grußkarten und Bilder von beiden unzweifelhaft erkennen.

In einem Telegramm an den Mufti schreibt Himmler zum am 02. November 1943: „Die nationalsozialistische Bewegung Großdeutschlands hat seit ihrer Entstehung den Kampf gegen das Weltjudentum auf ihre Fahnen geschrieben, Sie hat deshalb schon immer mit besonderer Sympathie den Kampf der Freiheitsliebenden Araber, vor allem in Palästina gegen die jüdischen Eindringlinge verfolgt. Die Erkenntnis dieses Feindes und der gemeinsame Kampf gegen ihn bilden die feste Grundlage des natürlichen Bündnisses zwischen dem nationalsozialistischen Großdeutschland und den freiheitsliebenden Mohammedanern der ganzen Welt. In diesem Sinne übermittle ich Ihnen am Jahrestag der unseligen Balfour-Deklaration meine herzlichsten Grüße und Wünsche für die glückliche Durchführung Ihres Kampfes bis zum Endsieg.“ Reichsführer der SS – Gez. Heinrich Himmler

Der gemeinsame Hass auf die Juden weltweit und die Rolle, die der Großmufti in der gesamten faschistischen Ideologie spielte ist bis heute in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt und soll offenbar auch unbekannt bleiben. (Tilman Tarach, Der Ewige Sündenbock, Seite 43). Auch für die Besucher der Gedenkveranstaltung im Heimatmuseum war die Dimension dieser unseligen Verbindung weitgehend unbekannt.

Der 1984 entstandene deutsche Film gibt die Atmosphäre dieser folgenschwersten Besprechung der Menschheitsgeschichte unter dem NS-Regime eindrücklich wieder. Es war eine von außerordentlichem Zynismus und Vulgarismus geprägte Sitzung in noblem Ambiente der „Marlier“-Villa, am Großen Wannsee gelegen.  (heute eine Gedenkstätte!). Mit eiskalten Willen fanden die Planungen und Vorgehensweisen zur Vernichtung von 11.000.000 Juden aus ganz Europa bei „Cognac und Häppchen“ nach nur neunzig Minuten ihren „bürokratischen“ Abschluss. (Eichmann dazu im Prozess 1961: „Das geht eben sehr ruhig zu, und es werden nicht viele Worte gemacht. Es dauert auch nicht ehr lange. Es wird dann ein Cognac gereicht durch die Ordonanzen und dann ist die Sache eben vorbei.“) Man mochte eigentlich gar nicht mehr zuhören und/oder zuschauen, so schockierend ging diese Sitzung zur  „verwalteten“ „Endlösung der Judenfrage“ vonstatten. Drei Jahre später endete diese Planung mit der katastrophalen Folge, dem Völkermord an 6.000.000 Juden. Im Klartext wurde von Zu-Tods-Schinden, Erschießung und Vergasung gesprochen. Im Protokoll, nach Aussage von Eichmann im Prozess 1961 von einer Sekretärin geführt und von ihm endgültig abgefasst, war lediglich von Sonderbehandlung die Rede!

Mit Beendigung des Film: „Die Wannseekonferenz“ herrschte im Heimatmuseum Bisingen absolute Stille – der Film führte ganz offensichtlich zunächst einmal zu Sprach- und auch Fassungslosigkeit. Die Vorsitzende fragte nach einer kleinen Zeit dann, ob jemand etwas sagen möchte – daraufhin kam es für eine knappe Stunde zu angeregter Diskussion auf hohem Niveau. Bürgermeister Krüger angefragt für ein abschließendes Wort: „es war ein guter und wichtiger Abend“ wurde von allen bestätigt. Um 22:40h verabschiedeten sich die letzten Teilnehmer aus Haigerloch mit der Anmerkung: Ihr habt ja einen wirklich großartigen Bürgermeister in Bisingen. Am Samstag erhielt die Vorsitzenden einen Anruf mit den Worten: „es war bei aller Entsetzlichkeit eine unvergesslich gute Veranstaltung.“

2 Fotos: Uta Hentsch

Zur Einführung in den Abend Bilder und Texte zum Thema (ppt): Wannsee-Konfernz-Verein Gedenkstätten KZ BIsingen 20.01.2012

Link zur Webseite zu dem Film von INFAMEDIA : Wannseekonferenz Information zum Film

Artikel in der Jüdische Allgemeine Nr 3/12 am 19. Januar 2012: Organisiertes Verbrechen

Artikel in der Jüdische Allgemeine Nr 3/12 am 19. Januar 2012: Bei Getränken und Schnittchen

Artikel Jüdische Allgemeine 20.01.2012Ort deutscher Schande

Diverse Reden von der Veranstaltung in Berlin:

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Nachruf zum Tod von Isak Wasserstein – München am 05. Januar 2012


Mit großer Betroffenheit haben wir in Bisingen vom Tod Isak Wassersteins am Donnerstag 05. Januar 2012 in München Kenntnis erhalten. Isak Wasserstein war Überlebender der letzten Station seiner Leidensodysseen, dem  KZ Bisingen, WERK 2 des Unternehmen „Wüste“.

Der Verein „Gedenkstätten KZ Bisingen e.V.“ möchte an dieser Stelle der Familie von Isak Wasserstein seine tiefe Anteilnahme aussprechen und viel Kraft für die Zeit des Abschiednehmens vom geliebten Ehemann, Schwiegervater und Großvater wünschen.

Wir gedenken des Verstorbenen, Isak Wasserstein, mit großer Hochachtung und gedenken der vielen Stunden, in denen er Bisingen zu Veranstaltungen als Zeitzeuge besuchte und die wir mit ihm und seiner Frau Rosel auch im privaten Bereich hier in Bisingen und bei Besuchen in München verleben konnten. Das Bild oben links entstand am 19. November 2006 im Heimatmuseum Bisingen. Isak Wasserstein sitzt vor
seiner  Kurzbiografie. Es war sein letzter Besuch in Bisingen  anlässlich des 10jährigen Bestehens des Heimatmuseum Bisingen mit der Ausstellung zum Gedenken an das KZ Bisingen in der Zeit des Unternehmen „Wüste“ von August 1944 – April 1945. Der Verein hatte für den 19. November 2006 zu einem Generationen-Gespräch eingeladen – Isak Wasserstein und Ute Vogt (damals Landtagsabgeordnete der SPD) waren die Gesprächspartner.


Einige Bilder möchten an Besuche Isak Wassersteins in Bisingen erinnern – wir danken ihm für sein Vertrauen und die Freundschaft, die er dem Vorstand und Mitgliedern unseres Vereins entgegen gebracht hat.

Wir danken Isak Wasserstein, dass er unserem Verein die Autorenrechte an seinem Buch: „Ich stand an der Rampe von Auschwitz“ übertragen hat. Wir haben das Buch 2011 in einer Neuauflage herausgebracht -ISBN 978-3-8448-7415-0 – € 8,- beim Verein erhältlich.Isak Wasserstei n Bisngen-Rede am 25. Oktober 1998Isak Wasserstein in Bisingen-Lesung  am 20. Juni 2005Isak Wasserstein and der Ölschieferabbaukante Juni 2005Isak Wasserstein in Bisingen  nach der lesung am 20. Juni 2005

Isak Wasserstein - Begrüßung im Heimatmuseum 19.11.2006Isak und Rosel Wasserstein mit Bürgermeister Joachim Krüger 19.11.2006Isak Wasserstein mit Luisa. Jürgens (Interview) in München am 11. August 2009

Bilderfolge:

1 Isak Wasserstein, Rede bei der Eröffnung des Geschichtslehrpfads und Enthüllung des Jüdischen Gedenksteins auf dem KZ-Friedhof Bisingen am 25. Oktober 1998 – 2 Lesung in Bisingen am 20. Juni 2005 – 3 nach der Lesung: von li nach re Hanne Grunert (Gemeinde Bisingen), Isak und Rosel Wasserstein, Bürgermeister Joachim Krüger, Uta Hentsch (Vereinsvorsitzende) – 4 nach einem Zeitzeugenbericht im Gymnasium Hechingen - 5 Begrüßung im Heimatmuseum Bisingen am 19. November 2006 – 6 nach dem Generationen-Gespräch Abendessen am 19. November 2006: Isak und Rosel Wasserstein, Bürgermeister Joachim Krüger – 7 Isak Wasserstein und Luisa Jürgens, damals noch Realschule Bisingen, in München nach einem Interview am 11. August 2009 – alle Fotos U. Hentsch

Ein letztes Bild entstand beim Besuch der Vorsitzenden des Vereins in München am 26. Juli 2011. Isak Wasserstein erhielt, wie er sich es gewünscht hatte, Bücher der Neuauflage seines Buches. Wir saßen auf dem Balkon und Isak erzählte mir zum ersten Mal, seit wir uns kennen, die Geschichte, wie er seine Frau Rosel „entdeckte“ und was er anstellen musste, sie wieder zu sehen – seine Augen leuchteten dabei und die Erzählung war begleitet von einem beinahe schelmischen Lächeln. Auch über den Erwerb des Bildes über der Couch von Jose Schneider, welches ja auch auf seinem Buch  erscheint, erzählte er sehr anschaulich und verschmitzt. Danke, lieber Isak, liebe Rosel für diesen wunderbaren Tag, von dem vor einem halben Jahr nicht abzusehen war, dass es eine letzte gemeinsame Begegnung sein würde.

Zu allen Bildern sind die entsprechenden Beiträge  unter den Kategorien: 1998 / 2005 / 2006 /2009 nachzulesen mit viel Bildmaterial und Presseberichten

Nachruf für Isak Wasserstein- Jüdische Allgemeine Nr 3/12 19. Januar 2012: Mit seiner Liebe hat er Maßstäbe gesetzt

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Veranstaltung: 70. Jahrestag der Wannsee-Konferenz / Freitag 20.Jan. 2012

Bisisngen Die Wannsse-Konferent - Veranstaltung am 20.01.2012Der Verein „Gedenkstätten KZ Bisingen e.V.“ lädt zu einer Veranstaltung anlässlich des 70. Jahrestages der Wannsee-Konferenz am 20. Januar 1942 ein. Unser Verein hat die Rechte zur nicht-kommerziellen öffentlichen Vorführung erworben und so können wir an die Ziele der Wannsee-Konferenz erinnern, deren einziger Tagesordnungspunkt die sogennante „Endlösung der Judenfrage“ war. Die Dauer der Konferenz betrug 90 Minuten – so auch die Länge des Films der mit vielen Preisen, darunter dem „Adolf-Grimme Preis“ ausgezeichnet wurde.

Aus der Beschreibung zum Film: Das später aufgefundene Sachprotokoll dieser Konferenz sowie Dokumente aus dem Umfeld, insbesondere die Aussagen Eichmanns, bilden die Grundlage der filmischen Rekonstruktion, die es unternimmt, die Aktivitäten der Schreibtischtäter authentisch ins Bild zu setzen. Das Judentum wird eine statistische Größe, der Holocaust ein Aktenvorgang, der Genozid ein Transportproblem. Eine Gruppe durchaus normal wirkender Menschen löst eine in der Geschichte einmalige Vernichtungsaktion aus: den „vervvalteten“, „ordentlichen“ Völkermord. Die Diskrepanz zwischen der Durchschnittlichkeit der Täter und der Ungeheuerlichkeit der Tat macht den Film zu einer schockierenden Erfahrung.
Besser konnte die Beschreibung in der Tat nicht sein!

Wir laden herzlich zu diesem Abend ins Heimatmuseum Bisingen ein!

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2011 im Rückblick von WordPress erstellt

Die WordPress.com Statistikelfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2011 an.

Hier ist eine Zusammenfassung:

Das Sydney Opera House bietet Platz für 2.700 Konzertbesucher. Dieses Blog wurde in 2011 etwa 9.000 mal besucht. Das entspräche etwa 3 ausverkauften Konzertveranstaltungen im Sydney Opera House.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

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Geislingen – Lesung: „Zwei Leben für die Würde des Menschen / Vortrag: das Unternehmen „Wüste“ – Gedenkstätten KZ Bisingen

Lesung Welf Schröter

Geislingen-Lesung Welf SchröterGeislingen Lesung Welf SchröterNur ein sehr kleiner Kreis von Zuhörern hatte sich am 07. Dezember zu dieser Lesung eingefunden. Welf Schröter zeigte sich einmal als wunderbarer Erzähler – auch in der Erinnerung an die persönlichen Gespräche mit dem Ehepaar Bloch – in die immer wieder kurze Abschnitte aus den verschiedenen Aufzeichnungen von Carola Bloch und und Andziula Tagelicht einflossen.

Berührende Hoffnung aus dem Ghetto
Sätze wie „Vergesst uns nicht“ und es gibt noch „Hoffnung“ gehörten zu den berührenden Momenten der Lesung zu Karola Bloch und Andziula Tagelicht am Mittwochabend im Katholischen Gemeindehaus in Geislingen. Im Rahmen der Erinnerungswoche an die „Geislinger Weiberschlacht“ las Welf Schröter, langjähriger Freund Karola Blochs, aus den Briefen von Andziula Tagelicht. Die Tänzerin schrieb an Karola Bloch aus dem Warschauer Ghetto kurz vor ihrer Ermordung im KZ Treblinka. Bis zu ihrem Tod 1994 war Karola Bloch vom Trauma der Shoah geprägt. Verzweifelt hatte sie vom amerikanischen Exil aus 1941/1942 versucht, ihre Schwägerin und ihre anderen Familienangehörigen aus den Händen der SS frei zu bekommen. Es gelang nicht. Die Lesung aus Karola Blochs Autobiografie „Aus meinem Leben“ und aus weiteren Briefen zeigte die bewegende Freundschaft zweier Frauen, die jede auf ihre Weise sich dem Nationalsozialismus widersetzte. Bürgermeister Oliver Schmid, der in den Abend einführte, ermutigte die Zuhörenden, sich einer aktiven Erinnerungsarbeit gegen das Vergessen zuzuwenden.

Mit einer These über die Frage „Kann die Hoffnung lernen?“ von Jan Robert Bloch, Sohn von Carola und Ernst Bloch schloss Welf Schröter die Lesung ab:

In der Hoffnung geht es darum, dass das, was ist, nicht so bleiben  muss wie es ist. Das Treibende in ihr, die ihr eigene brennende Geduld, ist die Sehnsucht nach dem Anderen, nach dem Etwas, das fehlt – wie es in Brecht/Weills Oper Mahagonny’ heißt. Die Hoffnung vergegenwärtigt, dass – wie Giambattista Vico schrieb – die Menschen ihre Geschichte selber machen. Das Hoffen verflüssigt gleichsam die Gegebenheiten, überschreitet das Vorhandene, findet und berührt die eingrenzenden Wände. Wer die Wand berührt, so Hegel, hat sie bereits überschritten. Wer die Wand überschreitet, findet und erschafft neue Möglichkeiten. Wege entstehen, wenn wir sie gehen.

„Karola Bloch Architektin, Sozialistin, Freundin“  Talheimer Verlag, ISBN 978-3-89376 073-2

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Vortrag: Das Unternehmen “Wüste“ und die Gedenkstätten KZ Bisingen

Die folgende Anfrage erreichte die Vorsitzende des Vereines „Gedenkstätten KZ Bisingen“ am 25. Oktober 2011:  Liebe Uta, hier meldet sich der Welf vom Löwenstein-Forschungsverein in Mössingen mit einer Anfrage an Dich. Gemeinsam mit dem Bürgermeister Oliver Schmid der Stadt Geislingen bei Balingen planen wir gerade Veranstaltungen für Anfang Dezember 2011. Geislingen begeht den 70. Jahrestag der „Geislinger Weiberschlacht“ gegen die Nazis 1941. Aus der Bürgerschaft heraus wird dazu einiges vorbereitet.

Wir wollten nun zwei ergänzende Rahmenveranstaltungen anstreben. Eine Lesung zu Karola Bloch und einen Informationsabend über das KZ Wüste. Zu letzterem wollten wir Dich anfragen, ob Du Zeit und Interesse hättest dies zu übernehmen. Es könnte in der Zeit zwischen dem 2. und 10. Dezember sein. Was denkst Du?

Ohne Verzögerung wurde die Einladung zum Thema „Das Unternehmen ‚Wüste’ und die Gedenkstätten KZ Bisingen“ angenommen.

Am 07. Dezember war die Vorsitzende des Vereins Gedenkstätten KZ  Bisingen zur Lesung von Welf Schröter nach Geislingen mitgefahren. So war es möglich noch einen Blick in die ausgezeichnete Ausstellung zur „Geislinger Weiberschacht“ zu werfen (siehe vorangegangenen Bericht).

Geislingen Vortrag Unternehmen "Wüste" -Gedenkstätten KZ BisingenGeislingen: Vortrag 09.12.2011/Unternehmen "Wüste"/Gedenksttten KZ BisingenGeislingen Vortrag Unternehmen "Wüste"/Gedenkstätten KZ BisingenAm Freitag 09. Dezember hatten sich 35 Zuhörer zum genannten Thema eingefunden – Bürgermeister Oliver Schmid begrüßte alle Gäste und Welf Schröter moderierte den Abend an.

Geislingen ZAK 14.12 2011Geisligen -ZAK "So ist's richtig" 16.12.2011Im nebenstehend Bericht aus dem Zollern-Alb Kurier vom 14. 12. 2011. Zwei gravierende Fehler im Bericht – !!! korrigierte der Zollern-Alb Kurier freundlicher Weise am 16. 12.2011: „So ist’s richtig“

Der Vorsitzenden des Vereins Gedenkstätten KZ Bisingen war es ein sehr großes Anliegen über die Entwicklung der Aufarbeitung der „Bisinger Geschichte“ in der Zeit von 08/1944 – 04/1945 bis hin zur Gründung des Vereins  am 28. November 2003 zu berichten. Die Aktivitäten zur Aufarbeitung, begannen in 1982 durch eine kleine Bisinger JUSO-Gruppe gegen viele Widerstände! Bis zum heutigen aktuellen Zeitpunkt ist diese Arbeit nicht beendet. In Verbindung mit Hanne Grunert, die bei der Gemeinde Bisingen arbeitet, Bisingens Bürgermeister Joachim Krüger und dem Bisinger Gemeinderat konnte der Verein die „Gedenkstätten KZ Bisingen“ zu einem  erfreulich gut requentierten Besuchsort für Schulen, Seminar – und Referentengruppen, kleine und größere Besuchergruppen und Einzelpersonen attraktiv machen.

Über die jährlichen Aktivitäten seit 1996  siehe unter den entsprechenden Kategorien in der rechten Leiste – auch Übersetzungen in e nglische zum KZ Bisingen – als pdf. Datei um downloaden.

Geislingen Vortrag Unternehmen "Wüste" -Gedenkstätten KZ BisingenGeislingen ZAK 14.12 2011ZAK "So ist's richtig" 16.12.2011Geislingen Vortrag UNternehmen "Wüste"/Gedenkstätten KZ Bisingen

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70. Jahrestag der „Geislinger Weiberschlacht“ – Impressionen und Artikel

Die Stadt Geislingen, bei Balingen, würdigte in einer Projektwoche  vom 01. – 07. Dezember 2011 den mutigen Aufstand der Geislinger Frauen gegen die NS-Kindergartenpolitik. Zum 70. Jahrestag dieses Ereignisses hatte  sich im Vorfeld eigens für diesen Tag eine Projektgruppe gebildet.

Schwarzwälder Bote 01.12.2011 Die Bilder enthalten die Presseberichte der Region unmittelbar vor während der Projektwoche. Einige Fotos entstanden am letzten Tag der Ausstellung (07.12.2011) als die Vorsitzende des Vereins Gedenkstätten KZ Bisingen Welf Schröter und Irene Scherer zu einer Lesung (siehe Programm oben) nach Geislingen begleitete.

Es ist in der Tat bedauerlich, dass diese interessante und liebevolle zusammengetragene Chronik zu diesen Ereignissen vorerst nicht mehr zu sehen ist. Viele Bürger aus Geislingen und Umgebung haben privates Bildmaterial und Gegenstände aus den 40ziger Jahren zur Geislingen - Ausstellung<Geilineg - inder jahrgänge '29, '39, '31Verfügung gestellt – das Bild links(eine Totale) kann nur einen schwachen Eindruck dieser gelungenen Ausstellung wiedergeben.

Ein besonderer Brief ist der von Frida Straub, die sich beim Innenministerium über die „schändliche“ Behandlung beklagt. Die Passage ist rötlich gekennzeichnet (anklicken zur Vergrößerung).

Geislingen-Miniatur 2 Hämmernde SchmiedeGeislingen - Gedichte zur "Weiberschlacht"

Hier ist ja nur ein kleiner Abriss dieser wunderschönen Ausstellung wiedergegeben. Ich habe  aber noch eine Web-Adresse mit velen Bildern und Texten zum

o1. Dezember 2011 in Geislinegn gefunden:

http://www.stadt-geislingen.de/2351_DEU_WWW.php?&publish[id]=246481&publish[start]=

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Einladung zur Veranstaltung: Vor 70 Jahren: Der unbekannte Frauenaufstand gegen das NS-Regime

Die Stadt Geislingen (Zollernalbkreis) würdigt die „Geislinger Weiberschlacht“ 1941 – Frauen im Aufstand gegen die NS-Kindergartenpolitik .                                Der Talheimer Verlag vertreibt dazu die offizielle Denkschrift.

Termine zur Veranstaltungen entnehmen Sie bitte dem nachstehenden LINK : Die Geislinger Weiberschlacht – 1941

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Albert Speer – der „entzauberte“ Mythos – Veranstaltung mit Dr. Heinrich Schwendemann am 11.November 2011

Zwanzig Zuhörer hatten sich zum Thema „Der Mythos Albert Speer“ am 11. November 2011 im Heimatmuseum Bisingen eingefunden, zu der der Verein „Gedenkstätten KZ Bisingen“ eingeladen hatte. Der Kontakt zu Herrn Schwendemann, Historisches Seminar, Universität Freiburg, entstand im April 2011 während einer Tagung der LAGG (Landesarbeitsgemeinschaft Gedenkstätten) im Haus „Auf auf der Alb“ der Landeszentrale für politische Bildung. Es gab im Anschluss an den Vortrag noch eine lebhafte Fragerunde zum Thema. Am Samstag, 12.11.2011 gab es noch  einen Rundgang durch das die Ausstellung im Heimatmuseum und über den Geschichtslehrpfad in Bisingen.

„ Auch heute noch gern zum »verführten Bürger« umgelogen, gehörte Speer tatsächlich zu den brutalsten Führern des Regimes“ – so Dr. Heinrich Schwendemann  in einem Artikel 2004.

Die Schwerpunkte zu m Vortrag hatte Dr. Schwendemann wie folgt zu Beginn per Bild zusammengestellt:

1. Speer und die Zusammenarebit mit der SS:

  • Phase: 1937-1942: Speer als Staatsarchitekt des Dritten reiches
  • Phase ab 1924: Der Einsatz von Kz-Häftlingen in der Rüstungsindustrie
  •  Phase: Untertageverlagerungsprojekte – die Intensivierung der Kooperation 1943-1945

2. Speer und die Juden

  • Speers „private“ Judenpolitik in Berlin 1938-1943
  • Speer und die Judenvernichtung – a) Speer und Auschwitz / b) Nichts gewußt? Speermund Himmlers Posener Rede 1943 / c) Speer und die ungarischen Juden 1943

3. Speer und die Zwangsarbeiter

4. Speer und das Kriegsende

←Hier im Artikel erhalten Sie Information über die einzelnen Aspekte (Bild anklicken zur Vergrößerung!). Die 1 1/2 Stunden des Vortrags vergingen sehr schnell – die Informationen wurden mit entsprechendem Bildmaterial vertieft -

←wie hier z.B.

 

 

 

 

 

 


Dr. Heinrisch Schwendemann in Bisingen 11/2011

Dr. Heinrich Schwendemann studierte Geschichte und Germanistik an der Universität Freiburg. 1991 übernahm er Lehrtätigkeit  am Historischen Seminar  und ist heute geschäftsführender Assistent des Historischen Seminars an der Universität Freiburg. Heute ist er geschäftsführender Assistent des Historischen Seminars für Mittlere und Neuere Geschichte an der Universität Freiburg, Akademischer Rat und Studienberater im Fach Geschichte.

Sein Schwerpunkt liegt auf der Zeit des Nationalsozialismus, u.a. erschien 2000 das Buch: Lebensläufer über verbrannter Erde mit einem Beitrag von Dr. Schwendemann: „Vom Rüstungsminister zum Widerständler. Wie Albert Speer die eigene Biographie rückwirkend beschönigte.“

2006 folgte ein Beitrag: Der „entgrenzte“ Architekt. Zur Rolle Albert Speers im „Dritten Reich“  in: Der Zweite Weltkrieg in Europa und Asien.

Kurzfaszit: Albert Speer (1905 -  Hitlers Architekt und Rüstungsminister hörte 1930 eine Rede Hitlers, die ihn derart beeindruckte, dass er bereits im Januar 1931 der NSDAP wie auch der SA beitrat. 1932 erhält er die ersten Bauaufträge wird Planer und Gestalter der NSDAP-Großkundgebungen und Nürnberger Parteitage. Sehr schnell gehört er zu Hitlers engsten Vertrauen und ist der Architekt diverser Monumentalbauten und NS-Kultstätten. 1941 beauftragt Fritz Todt, Rüstungsminister, Albert Speer mit dem Wiederaufbau von Fabriken und Eisenbahnnetz in der Ukraine und im Februar 1945, ernennt Hitler ihn zum Rüstungsminister, nach dem Fritz Todt tödlich verunglückt war. Speer hatte als letzte Genehmigungsinstanz als Chef des Bauwesens, Einblick in alle Bauvorhaben der SS. So wusste er auch von den Todeslagern und ist somit auch einer der Täter, die den fabrikmäßigen Mord erst ermöglicht haben.

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New Yorker Gruppe der „Childrens’s Aid Society“ zu Besuch im Heimatmuseum Bisingen.

Die „Childrens’s Aid Society“ – ist eine  Organisation, die umfassende Unterstützung für Kinder in Not, von der Geburt bis zum frühen Erwachsenenalter, und für ihre Familien bietet, um die Lücken zwischen dem was Kinder haben und was sie brauchen um zu gedeihen, füllen. Bereits im vergangenen Jahr berichteten wir über einen solchen Besuch – und waren auch in in diesem Jahr wieder beeindruckt über das große Interesse,welches diese jungen Leute für die Geschichte um den zweiten Weltkrieg, das Hitler-Regime und die Geschichte hier vor Ort in Bisingen zeigen. Alle diese jungen Leute sind Angehörige von Opfer von „Nine-Eleven“ (Terroranschlag auf das World-Trade Center in New York am 11. September 2001). Eingeladen von der Prinzessin-Kyra-von-Preußen Stiftung verbrachte die Gruppe mit ihrem Leiter,  Michael A. Roberts,  14 Tage in Deutschland und besuchte vom Ausgangspunkt „Burg Hohenzollern“ auf der Schwäbischen Alb in verschiedenen Ausflüge die Region und überregionale Treffpunkte.

Am 21. September 2011 war die Gruppe am Vormittag Gast beim Bürgermeister Joachim Krüger, Bisingen – siehe Zeitungsbericht. Hanne Grunert (Gemeinde Bisingen) und Uta Hentsch (Vorsitzende des Vereins „Gedenkstätten KZ Bisingen“) nahmen die Gruppe dann am Rathaus Bisingen in Empfang und führte die jungen Leute durch die Ausstellungsräume des Heimatmuseum Bisingen „Mut zur Erinnerung – Mut zur Verantwortung“. Die Jugendlichen zeigten sich sehr betroffen über das gehörte und stellte viele Fragen zur Zeit des Hitler-Regimes!

Es schloss eine Begehung des „Geschichtslehrpfads.

Am Nachmittag war die Gruppe aus New York  bei der Freiwilligen Feuerwehr Bisingen eingeladen.

Der

Abteilungskommandant von Bisingen, Marc Mayer, begrüße die Gruppe. Es  gab praktische Vorführungen in welche die  die jungen Leute dann auch eingebunden wurden und es sich erwies, dass nichts so einfach ist, wie es aussieht es zunächst aussieht! Bei  leckeren Grill-Gerichten und vielen Gesprächen machten  sich Bisinger und New Yorker sehr schnell miteinander bekannt. Mit ein wenig Mut ging’s hinauf,  hoch über die Dächer von Bisingen- Steinhofen mit wunderschönem Rundblick über die Schwäbische Alb. Ein Höhepunkt dieses Tage war mit Sicherheit die Fahrt mit einem Einsatzwagen der Freiwilligen Feuerwehr Bisingens zurück in den Standort  auf die Burg Hohenzollern.

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Neunklässler der Realschule Bisingen im Heimatmuseum und in Aktion auf dem Geschichtslehrpfad

Wie bereits in den drei Jahren zuvor, hatten sich herr Kügler mit seiner Klasse 9a und Herr Huesfeld mit der Klasse 9b – Realschule Bisingen – wenige Tage vor den großen Ferien für einen Besuch im der Ausstellung zum KZ Bisingen im Heimatmuseum und für eine „Säuberungs“-Aktion auf dem Geschichtslehrpfad (im Kuhloch) angesagt.Einige der Schüler beider Klassen waren Teilnehmer der AG-Spurensuche oder hatten innerhalb eines Sozial-Praktikums mit der Geschichte des Unternehmen „Wüste“ und seinen menschenverachtenden Auswirkungen im Wüste-Werk 2 Bisingen Bekanntschaft gemacht.

Im Bild links Herr Kügler mit seiner Klasse 9b im Heimatmusuem am 14. Juli 2011

Im Folgenden einige Bilder von der Aktion im Kuhloch am 25. Juli 2011 – die Relikte der ehemaligen Kondensierungsanlage musste von ihrem Bewuchs, der die Sicht nimmt befreit werden. Mitbeteiligt war der Bauhof Bisingen. der entsprechende Gerätschaften zur Verfügung stellte und das das anfallende Grünzeug fachgerecht entsorgte.

Es ist jedes Mal bei dieser Aktion erstaunlich, wie schnell  die Sicht auf die sicher nicht sehr schönen, aber immerhin doch zur Erinnerung an das KZ Bisingen sehr wichtigen Relikte wieder sichtbar werden. Mit einem anschließenden Besuch im Heimatmuseum wurde die tüchtige Gruppe junger Leute mit ihrem Lehrer mit einem herzlichen Dankeschön und guten Wünschen für die Ferienzeit verabschiedet.

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